Die Baugeschichte der Fa. Johann Wülfing & Sohn in Dahlerau blickt auf lange Tradition zurück.

 

Es begann 1815 mit dem Umbau der Buschhämmer zu einem Textilbetrieb.

Nachdem 1836 der Vorläufer des Altbaues abbrannte, entstand durch Christian Heÿden und Christian Schmidt ein 60 m langes und 15 m breites dreistöckiges Bruchsteingebäude mit 24 Fensterachsen. Der Altbau existiert heute noch.

Zwischen 1850 und 1860 errichtete (vermutlich der gleiche Baumeister) die alte Fachwerkweberei und die Gebäude am Wupperufer (Trockenhaus und Ziegelbau). Davor existierte das Dampfmaschinenhaus von 1834 als einziges Gebäude in diesem Bereich.

Mit der Verlängerung des Ziegelbaues an der Wupper will 1872 Albert Schmidt den rheinischen Ziegelbau im bergischen Land eingeführt haben. Um diese Zeit verlängerten seine Arbeiter auch den Altbau um sieben Fensterachsen (18 m). Im Wülfingmuseum kann man die Verlängerung anhand der Type der gußeisernen Säulen gut erkennen.

Albert Schmidt war es auch, der 1890/91 die Fachwerkweberei niederlegte und neue Webereibauten aus Ziegelstein errichte.

Die „Schmidtdynastie“ – Leopold, Christian, und Albert Schmidt, prägte die Dahlerauer Baugeschichte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verließ der fast 70 Jahre alte Albert Schmidt die Bühne und machte neuen Baufirmen Platz.

Den sogenannten Neubau (flacher Shedbau am Eingang der Fabrik) erstellte die Barmer Fa. Schutte in den Jahren 1907/1908.

Wirkliche Neubauten sind jedoch das heutige Kesselhaus mit dem 75 m hohen Schornstein und der Umbau der Fabrikteile im Bereich des alten Kesselhauses an der Wupper gewesen. All das geschah zu Beginn der 1950er Jahre.

Während die Maschinenausrüstung danach weiter auf dem neuesten Stand blieb, änderte sich an der Gebäudestruktur nach dieser Zeit nichts mehr.

 

© Peter Dominick, 2022